RA Dr. Martin Lücke interviewt Design Thinker Karla Schlaepfer M.A.

Das Interview fand statt im Rahmen von Dr. Lückes Doktorarbeit Legal Design Thinking über die Anwendung von Design Thinking als juristischer Berufsträger (2019)

Martin: Welche Anwendungsbeispiele siehst du für Design Thinking im Rechtswesen?

Karla: Digitale Software und Automatisierung können den Zugang zum Rechtssystem für beide, Rechtsanwälte und Mandanten, enorm erleichtern. Sie bieten viele Möglichkeiten der Prozessoptimierung und Kostenersparnis. Am Ende aber geht es aber darum, Mandantenzentriertheit und Kundenbedürfnisse ins Zentrum zu rücken.

Martin: Ein Jurist kommt nach einer Veranstaltung zu dir und sagt, es habe ihm Spaß gemacht, aber er wisse nicht, wie man das alles in der Praxis einsetzen kann. Was für einen Tipp hast du?

Karla: Ich würde ihm den Tipp geben, über seine zukünftigen Mandanten mit Design Thinking „nachzudenken“ und so auf emotionale Mandantenerlebnisse zu fokussieren. Wo sind die sognannten „Schmerzpunkte“ wenn es um Rechtsberatung geht? Wie können digitale Prozesse helfen, Barrieren zu überwinden und was benötigen zukünftige Mandanten genau, wenn es um rechtlichen Beistand geht?

Martin: Du bringst Design Thinking oft mit unternehmerischem Denken in Verbindung. Hat das für dich eine klare Verknüpfung?

Karla: Ja, den wirtschaftlichen Faktor. Der RA als Universalgenie, der alles alleine lösen kann, ist nicht mehr aktuell. Kollaboration ist in der Rechtsbranche der notwendige Weg. Auch über die Kanzeleigrenzen hinaus ist es wichtig, mit anderen Industrien in einen Ko-Entwicklungsprozess zu kommen. Auch Kunden können als neue Kollaborationspartner gesehen werden.

Martin: Was sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Design Thinking Prozess erfolgreich ist?

Karla: In erster Linie die Haltung, das Mindset. Neugierde und Offenheit. Geduld ist ebenfalls wichtig, da es sich um einen systematischen Prozess mit 6 verschiedenen Phasen handelt.

Martin: Kannst du Beispiele aus der Praxis nennen, wo du Design Thinking angewandt hast und vom Ergebnis begeistert warst?

Karla: Da gibt es einige. Ich hatte einen 5 Tage langen Sprint Prozess mit einem traditionellen Funkhaus, deren Menschen vorher noch nie auf diese agilen Weise gearbeitet haben. Die Leute waren begeistert vom kollaborativen Arbeiten und am Ende des Prozesses davon überzeugt, zu wissen, was ihre Kunden wirklich für die Zukunft brauchen.

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Kontakt: Karla Schlaepfer

Tel. 0152 0158 1818

Raschdorffstrasse 13, 50933 Köln

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